Trailer – Der letzte Mensch von Quirst

Neues Projekt der Quistorie

In diesem Schuljahr hat sich eine neue Gruppe aus 8-Klässlern formiert, die das Thema „Das Quierschieder Schloss“ gewählt haben.

Was die wenigsten Einwohnerinnen und Einwohner Quierschieds wissen, gab es tatsächlich einmal ein Wasserschloss in der Gemeinde, das im Jahr 1635 während des 30-jährigen Krieges völlig zerstört wurde. Die damaligen Bewohner des Dorfes wurden allesamt ermordet, bis auf einen 10-jährigen Jungen namens Johann Jacob Bauer, dem Sohn des Gutsbesitzers, der als Einziger das Massaker – versteckt unter einem Heuhaufen – überlebte. 

Die vier Schüler haben unter meiner Leitung die Geschichte zu Schloss Quierschied zusammengetragen und daraus einen 90-seitigen historischen Comic entworfen, der nun in Druck gehen wird. Bei der Erstellung des Comic-Zeichnungen wurde ein KI-Programm eingesetzt, den Text und die zugehörigen Sprechblasen haben die Mitglieder der Quistorie selbst erarbeitet. Die Entstehungsgeschichte des Comics ist genauso spannend wie die Story um das Schicksal des Jungen, dessen abenteuerliches Leben in einem 7-seitigen Brief seiner Tochter aus dem Jahr 1710 geschildert wird, dessen Kopie uns das Landesarchiv des Saarlandes zur Verfügung gestellt hat. Der Comic trägt den Titel „Der letzte Mensch von Quirst“ und soll im Mai 2026 erscheinen. Schon jetzt hat die Vorankündigung größtes Interesse bei Quierschiederinnen und Quierschiedern geweckt.

Harald Klein

Den Comic wird man u.a. bei uns in der Schule erwerben können.

Bildungspreis 2025

Unsere Schule erhält den Bildungspreis der Saarländischen Wirtschaft 2025

Unter dem Motto „Demokratiebildung an saarländischen Schulen“ hat die Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände (VSU) im Oktober im Saarbrücker Schloss den Bildungspreis der Saarländischen Wirtschaft 2025 verliehen. Wir freuen uns sehr, dass unsere Schule in diesem Jahr zu den Preisträgern gehört.

Mit dem Preis würdigt die VSU schulische Projekte, die junge Menschen nachhaltig für demokratische Werte, gesellschaftliche Teilhabe und Verantwortungsbewusstsein stärken. VSU-Präsident Oswald Bubel betonte bei der Verleihung:
„Wir zeichnen zwei sehr verschiedene Projekte aus, die beide mit eigenen Ansätzen Schülerinnen und Schüler für eine lebendige Demokratie begeistern. Sie leisten Herausragendes.“

„Schule des Erinnerns – 2025“: Unser Beitrag zur gelebten Demokratie

Ausgezeichnet wurde unser Jahresprojekt „Schule des Erinnerns – 2025“, das eindrucksvoll zeigt, wie lebendige Demokratiearbeit an Schulen aussehen kann. In der AG Quistorie recherchierten unsere Schülerinnen und Schüler intensiv die Geschichte jüdischer Familien aus Quierschied.

Aus dieser Recherche entstand ein vielfältiges Jahresprogramm mit monatlichen Aktionen, Ausstellungen und Gedenkveranstaltungen. Besonders wertvoll war die enge Zusammenarbeit mit starken Partnern wie dem Adolf-Bender-Zentrum, der Geschichtswerkstatt Quierschied, dem Seniorenbeirat der Gemeinde sowie weiteren lokalen Initiativen.

Gemeinsam wurden Theaterstücke entwickelt, Zeitzeugengespräche organisiert, Mahnwachen gestaltet, Konzerte durchgeführt und Diskussionsformate auf die Beine gestellt. So wurde Geschichte für unsere Schulgemeinschaft spürbar, emotional und relevant.

Unsere Schule verbindet Geschichtsarbeit mit gelebter Demokratie. Sie zeigt, dass Erinnerung immer auch Zukunftsarbeit ist“, sagte Tina Raubenheimer, Referentin für Bildungspolitik bei der VSU. „Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit großem Verantwortungsbewusstsein und Kreativität für ein respektvolles Miteinander ein.“

Ein wichtiges Zeichen für unsere Demokratie

Mit dem diesjährigen Motto setzt die VSU ein bewusstes Signal: Demokratische Werte geraten zunehmend unter Druck – und Schulen übernehmen eine zentrale Rolle, jungen Menschen Orientierung und Mut zum Engagement zu geben.
Bubel betonte:
„Demokratiebildung ist mehr als ein schulisches Thema. Sie ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.“

Der Bildungspreis ist mit 15.000 Euro dotiert. Er wird von der VSU verliehen und von der Stiftung ME Saar gefördert. Eine professionelle Dokumentation des Projekts in Form eines Videos (siehe oben) ist ebenfalls Teil des Preise. 

Wir sind stolz auf die Auszeichnung und danken allen Schülerinnen und Schülern, Kolleginnen und Kollegen sowie unseren Kooperationspartnern, die dieses besondere Projekt möglich gemacht haben.

Alex-Deutsch-Preis 2025

Gemeinschaftsschule Quierschied gewinnt Alex-Deutsch-Preis 2025

Gelebte Erinnerungskultur und Demokratieförderung an der Gemeinschaftsschule Quierschied

Große Freude an unserer Schule: Die Gemeinschaftsschule Quierschied ist mit dem Alex-Deutsch-Preis 2025 ausgezeichnet worden! Im historischen Sitzungssaal des Landratsamtes Ottweiler nahm Schulleiterin Martina Thielmann die Ehrung aus den Händen von Landrat Sören Meng entgegen. Der Preis wird seit 2017 vom Landkreis Neunkirchen in Zusammenarbeit mit der Alex-Deutsch-Stiftung verliehen und ehrt Menschen und Institutionen, die sich in besonderer Weise für Toleranz, Menschlichkeit und demokratische Werte einsetzen.

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Unter dem Motto „Schule des Erinnerns – Erinnern, Verstehen, Wachsen“ überzeugte unsere Schule mit einem vielseitigen und nachhaltigen Konzept zur Erinnerungskultur. Was als Arbeitsgemeinschaft begann, hat sich längst zu einem festen Bestandteil des Schulalltags entwickelt.
Zu den Projekten gehören unter anderem:

  • Interviews mit Doris Deutsch, der Witwe des Auschwitz-Überlebenden Alex Deutsch,

  • das Musikprojekt „Meet Klezmer“ mit Klarinettist Helmut Eisel,

  • die Ausstellung „Spurensuche in Quierschied – von der Hauptstraße zur Straße der Deutschen Front“,

  • sowie die Pflege des jüdischen Friedhofs Illingen.

„Diese Schule lebt Erinnerungskultur mit Herz und Verstand“, lobte Landrat Meng in seiner Laudatio.

Der Alex-Deutsch-Preis erinnert an das Vermächtnis des jüdischen Auschwitz-Überlebenden Alex Deutsch, der zeitlebens für Versöhnung und gegen das Vergessen eintrat. „Lasst euch nicht hineintreiben in Hass und Gewalt. Lebt miteinander, nicht gegeneinander“, lauteten seine Worte, die auch an diesem Abend zitiert wurden.

Neben unserer Schule wurden die Evangelische Kita Steinbach und Roland Rixecker, Beauftragter für jüdisches Leben im Saarland, ausgezeichnet.

Die Preisstatue, eine verkleinerte 3D-Reproduktion der Skulptur „Zwei Hände – zwei Nummern – ein Stein“ des Künstlers Seiji Kimoto, symbolisiert die Freundschaft und Menschlichkeit in Zeiten größter Unmenschlichkeit. Das Original steht in der Alex-Deutsch-Schule Wellesweiler.

Für uns als Schulgemeinschaft ist dieser Preis Anerkennung und Auftrag zugleich: Wir wollen weiter dazu beitragen, dass Erinnerung lebendig bleibt und die Werte von Menschlichkeit, Toleranz und Demokratie auch in Zukunft ihren festen Platz in unserem Schulalltag haben.

Der Saarländische Rundfunkt berichtete ebenfalls im „aktuellen bericht“ (ab Minute 24:34) über die Projekte im Rahmen unserer „Schule des Erinnerns„.

ttps://www.sr.de/sr/mediathek/video/FS_AB_11840.html

Interview Frau Deutsch

Quistorie – Interview mit der Zeitzeugin Frau Doris Deutsch

Doris Deutsch hat als Zeitzeugin eine außergewöhnliche Geschichte zu erzählen: Sie war als Christin nach dem 2. Weltkrieg nacheinander mit zwei jüdischen Freunden verheiratet, die im KZ Auschwitz unmenschliches Leid ertragen mussten und auf einem sogenannten Todesmarsch ihren Bewachern entkommen konnten. Ihr erster Ehemann Karl Löb stammte aus Quierschied, weshalb die Projektgruppe Quistorie gerne mehr über dessen Schicksal in Erfahrung bringen wollte. Bella Schembri und Robin Becker führten im Januar 2025 ein Interview mit Doris Deutsch, die bewegende Momente aus der Lebensgeschichte ihres Mannes Karl Löb schilderte.