11/25
Auszeichnung mit dem Alex-Deutsch-Preis 2025
Erinnerungskultur und Demokratieförderung an der Gemeinschaftsschule Quierschied
Große Freude an unserer Schule: Die Gemeinschaftsschule Quierschied ist mit dem Alex-Deutsch-Preis 2025 ausgezeichnet worden! Im historischen Sitzungssaal des Landratsamtes Ottweiler nahm Schulleiterin Martina Thielmann die Ehrung aus den Händen von Landrat Sören Meng entgegen. Der Preis wird seit 2017 vom Landkreis Neunkirchen in Zusammenarbeit mit der Alex-Deutsch-Stiftung verliehen und ehrt Menschen und Institutionen, die sich in besonderer Weise für Toleranz, Menschlichkeit und demokratische Werte einsetzen.
Unter dem Motto „Schule des Erinnerns – Erinnern, Verstehen, Wachsen“ überzeugte unsere Schule mit einem vielseitigen und nachhaltigen Konzept zur Erinnerungskultur. Was als Arbeitsgemeinschaft begann, hat sich längst zu einem festen Bestandteil des Schulalltags entwickelt.
Zu den Projekten gehören unter anderem:
- Interviews mit Doris Deutsch, der Witwe des Auschwitz-Überlebenden Alex Deutsch,
- das Musikprojekt „Meet Klezmer“ mit Klarinettist Helmut Eisel,
- die Ausstellung „Spurensuche in Quierschied – von der Hauptstraße zur Straße der Deutschen Front“,
- sowie die Pflege des jüdischen Friedhofs Illingen.
„Diese Schule lebt Erinnerungskultur mit Herz und Verstand“, lobte Landrat Meng in seiner Laudatio.
Der Alex-Deutsch-Preis erinnert an das Vermächtnis des jüdischen Auschwitz-Überlebenden Alex Deutsch, der zeitlebens für Versöhnung und gegen das Vergessen eintrat. „Lasst euch nicht hineintreiben in Hass und Gewalt. Lebt miteinander, nicht gegeneinander“, lauteten seine Worte, die auch an diesem Abend zitiert wurden.
Neben unserer Schule wurden die Evangelische Kita Steinbach und Roland Rixecker, Beauftragter für jüdisches Leben im Saarland, ausgezeichnet.
Die Preisstatue, eine verkleinerte 3D-Reproduktion der Skulptur „Zwei Hände – zwei Nummern – ein Stein“ des Künstlers Seiji Kimoto, symbolisiert die Freundschaft und Menschlichkeit in Zeiten größter Unmenschlichkeit. Das Original steht in der Alex-Deutsch-Schule Wellesweiler.
Für uns als Schulgemeinschaft ist dieser Preis Anerkennung und Auftrag zugleich: Wir wollen weiter dazu beitragen, dass Erinnerung lebendig bleibt und die Werte von Menschlichkeit, Toleranz und Demokratie auch in Zukunft ihren festen Platz in unserem Schulalltag haben.

Der Saarländische Rundfunkt berichtet im „aktuellen bericht“ (ab Minute 24:34) über die Projekte im Rahmen unserer „Schule des Erinnerns„.
https://www.sr.de/sr/mediathek/video/FS_AB_11840.html
06/25
Ein Zeichen des Erinnerns: Gedenkstein an der Gemeinschaftsschule Quierschied feierlich eingeweiht
In der vorletzten Schulwoche des Schuljahre 24/25 wurde im Japanischen Garten der Gemeinschaftsschule Quierschied ein besonderer Ort des Gedenkens geschaffen: Der neu enthüllte „Stein des Gedenkens“ trägt die Namen der jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger sowie der Opfer des nationalsozialistischen Euthanasie-Programms aus Quierschied, Göttelborn und Fischbach.
Initiiert wurde das Projekt von der schulischen Arbeitsgemeinschaft Quistorie, die sich gemeinsam mit Dr. Harald Klein intensiv und fächerübergreifend mit der lokalen Geschichte auseinandergesetzt hat. Die Gedenkstein-Enthüllung bildet einen zentralen Bestandteil des Aktionsjahres „Schule des Erinnerns 2025“, das unter dem Motto „Aus Geschichte wächst die Zukunft“ steht.
Ein weiterer Baustein dieses Jahresprogramms ist die Ausstellung „Jüdisches Leben in Quierschied“, die im Juni von der Gemeindebibliothek in das Schulbistro umzog. Auch sie wurde von der AG Quistorie konzipiert und dokumentiert eindrucksvoll die lange, oft übersehene Geschichte jüdischen Lebens in der Region.
Die feierliche Einweihung des Gedenksteins übernahm Bildungsstaatssekretärin Jessica Heide, die als Schirmherrin des Aktionsjahres die Bedeutung dieser Erinnerungsarbeit unterstrich:
„Die heutige Veranstaltung fügt sich in ein beeindruckendes Jahresprogramm ein, das in seiner Konsequenz und Haltung seinesgleichen sucht. Mit dem Aktionsjahr wird nicht nur eine Brücke in die Vergangenheit geschlagen, sondern auch der Blick für das Jetzt geschärft. Die Schüler:innen haben mit ihrem Engagement gezeigt, dass Erinnerungsarbeit kein verstaubtes Aktenstöbern ist, sondern ein lebendiger Lernprozess, der Empathie, Mut und Haltung verlangt. Und das ist jetzt, für alle sichtbar und für immer in diesem Stein verewigt.“
Die Gemeinschaftsschule Quierschied setzt mit diesem Projekt ein starkes Zeichen gegen das Vergessen – und für eine offene, erinnernde und verantwortungsbewusste Zukunft.
05/2025
Schule des Erinnerns – Eindrücke von der Eröffnung der Ausstellung in der Gemeindebücherei Quierschied
Schülerinnen und Schüler unserer Schule haben in Zusammenarbeit mit der Geschichtswerkstatt der vhs Quierschied eine historische Rekonstruktion des früheren Ortszentrums vom „Alten Markt“ bis zum „Käsborn“ erstellt, die sie in der Zeit vom 8. – 24. Mai 2025 in der Gemeindebücherei Quierschied präsentieren.
Anschließend wandert die Ausstellung in die Gemeinschaftsschule Quierschied.
„Die Geschichte und die Geschichten der Bewohner und Geschäftsleute in den Jahren 1900 – 1945 bieten spannende Einblicke in eine Zeit mit bewegenden Momenten, lokalen Eigenheiten und fast in Vergessenheit geratenen Ereignissen.
Ein Besuch der Ausstellung „Spurensuche in Quierschied“ lohnt sich für Jung und Alt!“
Gemeinde Queirschied
02/2025
Quistorie – Interview mit der Zeitzeugin Frau Doris Deutsch
Doris Deutsch hat als Zeitzeugin eine außergewöhnliche Geschichte zu erzählen: Sie war als Christin nach dem 2. Weltkrieg nacheinander mit zwei jüdischen Freunden verheiratet, die im KZ Auschwitz unmenschliches Leid ertragen mussten und auf einem sogenannten Todesmarsch ihren Bewachern entkommen konnten. Ihr erster Ehemann Karl Löb stammte aus Quierschied, weshalb die Projektgruppe Quistorie gerne mehr über dessen Schicksal in Erfahrung bringen wollte. Bella Schembri und Robin Becker führten im Januar 2025 ein Interview mit Doris Deutsch, die bewegende Momente aus der Lebensgeschichte ihres Mannes Karl Löb schilderte.
01/25
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